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<title>Torf</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Torf</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Torf</b> ist eine <a href="Biogen" title="Biogen">biogene</a> Substanz, die sich durch die <i>sedentäre</i> (ortsgebundene) unvollständige Zersetzung von abgestorbenen <a href="Pflanze" title="Pflanze">Pflanzen</a>teilen unter wassergesättigten Bedingungen bildet, typischerweise in <a href="Moor" title="Moor">Mooren</a>. Aufgrund des Sauerstoffmangels und der besonderen chemischen Bedingungen wird die Tätigkeit der Bodenlebewesen stark gehemmt, sodass die Pflanzenreste nur teilweise zersetzt werden. Torf besteht aus wechselnden Anteilen von Huminstoffen sowie, je nach Zersetzungsgrad, noch erkennbaren Pflanzenresten, die in schwach zersetzten Torfen überwiegen und in stark zersetzten Torfen kaum noch vorhanden sind. Torf ist die wesentliche Grundlage zur Bildung des <a href="Bodentyp" title="Bodentyp">Bodentyps</a> <a href="Histosol" title="Histosol">Histosol</a>.
</p><p>Moore mit intakter Torfschicht speichern doppelt so viel <a href="Kohlenstoff" title="Kohlenstoff">Kohlenstoff</a> wie Wälder, wobei eine 15 Zentimeter mächtige Torfschicht etwa gleich viel Kohlenstoff bindet wie ein hundertjähriger Wald auf einer gleich großen Fläche. Durch die Entwässerung von Mooren werden <a href="Kohlenstoffdioxid" title="Kohlenstoffdioxid">Kohlenstoffdioxid</a> und andere <a href="Treibhausgas" title="Treibhausgas">klimawirksame Gase</a> freigesetzt, die den <a href="Treibhauseffekt" title="Treibhauseffekt">Treibhauseffekt</a> zusätzlich verstärken und so die <a href="Globale_Erw%C3%A4rmung" title="Globale Erwärmung">globale Erwärmung</a> beschleunigen.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Traditionell diente der <a href="Torfstich" title="Torfstich">Torfstich</a> der Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen, wobei der getrocknete Torf als <a href="Brennstoff" title="Brennstoff">Brennstoff</a> genutzt wurde. Noch immer spielt Torf als Substrat im <a href="Gartenbau" title="Gartenbau">Gartenbau</a> eine wichtige Rolle. Da es jedoch tausende Jahre dauert, bis sich eine Torfschicht von einem Meter gebildet hat, überschreitet die Nachfrage vielerorts das Angebot. Nach Angaben des <a href="Industrieverband_Garten" title="Industrieverband Garten">Industrieverbandes Garten</a> wurden in Deutschland 2019 etwa 4,7 Millionen Kubikmeter Torf pro Jahr abgebaut, wobei zusätzlich die gleiche Menge importiert wurde.<sup id="cite_ref-BIL_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-BIL-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Aus diesen Gründen soll der Torfabbau gestoppt werden, um eine <a href="Renaturierung" title="Renaturierung">Renaturierung</a> der Moore durch <a href="Wiedervern%C3%A4ssung" title="Wiedervernässung">Wiedervernässung</a> zu ermöglichen. Daher soll <a href="Pflanzenerde" title="Pflanzenerde">Pflanzenerde</a> im nichtkommerziellen Gartenbau bis 2026 torffrei werden, während der kommerzielle Gartenbau für die Umstellung bis 2030 Zeit hat.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Etymologie">Etymologie</h2></div>
<p>Die Bezeichnung <i>Torf</i> für den aus Mooren gewonnenen <a href="Brennstoff" title="Brennstoff">Brennstoff</a> aus <a href="Verrottung" title="Verrottung">vermoderten</a> Pflanzenresten wurde im 16. Jahrhundert aus dem <a href="Niederdeutsche_Sprache" title="Niederdeutsche Sprache">Nieder-</a> ins <a href="Fr%C3%BChneuhochdeutsch" class="mw-redirect" title="Frühneuhochdeutsch">Hochdeutsche</a> übernommen und geht auf das <a href="Altniederdeutsche_Sprache" class="mw-redirect" title="Altniederdeutsche Sprache">altniederdeutsche</a> <i>turf</i> zurück. Das Wort ist innerhalb der <a href="Germanische_Sprachen" title="Germanische Sprachen">germanischen Sprachen</a> eng verwandt mit <a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a> <i>turf</i> und <a href="Niederl%C3%A4ndische_Sprache" title="Niederländische Sprache">niederländisch</a> <i>turf</i>, die beide jeweils auch gleichbedeutend mit dem deutschen <i>Torf</i> sind. Weitere Verwandtschaft besteht zu <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Russische_Sprache" title="Russische Sprache">russisch</a></span> <span lang="ru-Cyrl" class="Cyrl" style="font-style:normal">дёрн</span> <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261937631">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
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</style><span class="Latn" lang="ru-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">djorn</span>, deutsch <span lang="de" style="font-style:normal;font-weight:normal">‚<a href="Rasen" title="Rasen">Rasen</a>‘</span>, und dessen Äquivalenten in den anderen <a href="Slawische_Sprachen" title="Slawische Sprachen">slawischen Sprachen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Torfarten">Torfarten</h2></div>
<p>Ab einem Gehalt an organischer Substanz von 30 Prozent (Rest: Wasser und Mineralien) heißt die Ablagerung Torf; Gehalte unter 30 Prozent werden als Feuchthumus oder (etwas veraltet) als Moorerde bezeichnet. Niedermoortorf, der sich in <a href="Niedermoor" class="mw-redirect" title="Niedermoor">Niedermooren</a> bildet, unterscheidet sich von Hochmoortorf, der ausschließlich in <a href="Hochmoor" title="Hochmoor">Hochmooren</a> entsteht. Einige Wissenschaftler klassifizieren auch Übergangstorf, der in seinen Eigenschaften zwischen dem Nieder- und dem Hochmoortorf vermittelt.
</p><p>Entsprechend dem Grad der Verdichtung wird zwischen Weißtorf, Brauntorf und Schwarztorf unterschieden, die unterschiedliche Brennwerte besitzen. Der helle Weißtorf lässt die Struktur der Pflanzen noch deutlich erkennen, bei weiterer Zersetzung entsteht ein homogener, wenigstens bei Betrachtung mit bloßem Auge erkennbarer, strukturloser Körper, der Brauntorf oder Bunttorf genannt wird. Die älteste Torfschicht ist der Schwarztorf. Die unteren Schichten eines Torflagers sind dabei als Grautorf<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> in der Zersetzung weiter fortgeschritten als die oberen. Sie sind älter, größerem Druck ausgesetzt und wurden während der Entstehung auch durchlüftet. Weißtorf ist dabei reich an <a href="Fulvos%C3%A4uren" title="Fulvosäuren">Fulvosäuren</a> und Schwarztorf reich an <a href="Humins%C3%A4uren" title="Huminsäuren">Huminsäuren</a>.<sup id="cite_ref-:0_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Weitere je nach dem Grad der Zersetzung verwendete Begriffe sind: Rasen-, Faser- und Pechtorf. Rasentorf ist die jüngste Bildung und besteht aus wenig veränderten, noch gut erkennbaren Pflanzenresten. Er ist gelbbraun und locker. Fasertorf besteht aus brauner, bereits strukturlos gewordener Masse und ist mit Fasern schwer zersetzbaren Pflanzenmaterials durchzogen. Pechtorf ist dunkler und kompakter als Fasertorf. Er ist der älteste, schwerste Torf und zeigt kaum noch erkennbare Pflanzenreste.
</p><p>Weißtorf wird als Düngetorf zur Auflockerung von <a href="Blumenerde" class="mw-redirect" title="Blumenerde">Blumenerde</a> verwendet. Die Bezeichnung ist irreführend, da der Gehalt an düngenden Mineralien keine hinreichend breite Zusammensetzung zur ausgewogenen Anreicherung von Mangelböden bietet. Die ökonomische Bedeutung ist zugunsten der ökologischen Neubewertung nasser Moorflächen erheblich verändert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehung">Entstehung</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Moor" title="Moor">Moor</a></i></div>
<p>Wo die Bodenbeschaffenheit eine Ansammlung von stehendem seichtem Wasser in flachen Seen und Senken der Flussauen gestattet, wird dieses im Laufe der Zeit <a href="Eutrophierung" title="Eutrophierung">eutrophieren</a> und durch die abgestorbenen Pflanzenreste <a href="Verlandung" title="Verlandung">verlanden</a>.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So entstandener Torf wird als <a href="Limnisches_Sediment" class="mw-redirect" title="Limnisches Sediment">limnischer</a> Torf bezeichnet. <a href="Versumpfungsmoor" class="mw-redirect" title="Versumpfungsmoor">Versumpfen</a> <a href="Terrestrisches_%C3%96kosystem" class="mw-redirect" title="Terrestrisches Ökosystem">terrestrische</a> Böden, etwa durch vermehrten Grundwasserzufluss oder die Verringerung der Verdunstung, wird der Torf als terrestrisch oder semiaquatisch bezeichnet.<sup id="cite_ref-:0_5-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Entstehung von Torf geht sehr langsam vor sich. Als Durchschnittswert für die Torfablagerung in einem Moor ist ein Mittelwert von 1 mm pro Jahr anzusetzen,<sup id="cite_ref-BIL_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-BIL-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> es sind aber auch Neubildungen bis zu 10 mm pro Jahr bekannt. Die Entstehung des norddeutschen <a href="Teufelsmoor" title="Teufelsmoor">Teufelsmoores</a> bei <a href="Worpswede" title="Worpswede">Worpswede</a> benötigte ca. 8000 Jahre.
</p><p>Zunächst entsteht ein nährstoffreiches <a href="Niedermoor" class="mw-redirect" title="Niedermoor">Niedermoor</a> mit Niedermoortorf. Bei geeigneten Bedingungen koppelt sich die Oberfläche des Moores durch Auflagerungen allmählich vom stehenden Grundwasser in der Senke ab. Das Moorwasser hat nun einen niedrigen <a href="PH-Wert" title="PH-Wert">pH-Wert</a> um die 3,4–3,7, kaum noch Nährstoffe und nur wenig Sauerstoff sind gelöst, so dass die <a href="Aerobie" title="Aerobie">aerobe</a> und <a href="Anaerobie" title="Anaerobie">anaerobe</a> Zersetzung pflanzlicher Substanzen gehemmt ist. An diese Bedingung sind die Hochmoor-Pflanzengesellschaften angepasst, deren Ablagerungen den Hochmoortorf bilden.
</p><p>Des Weiteren können die Torfkörper in den Mooren vertikal gegliedert werden in den aufliegenden <i>Akrotelm</i> (Torfbildungs-Horizont) und den darunter befindlichen <i>Katotelm</i> (Torfakkumulations-Horizont). Der <i>Akrotelm</i> umfasst die nur wenige Zentimeter dicke lebende Vegetationsschicht <i>(euphotische Zone),</i> bestehend aus Torfmoosen und <a href="Gef%C3%A4%C3%9Fpflanzen" title="Gefäßpflanzen">Gefäßpflanzen</a>, sowie die direkt darunterliegende Torfschicht (<i>aphotische Zone</i> und Verdichtungszone). Diese besteht primär aus den immer stärker komprimierten und zersetzten Pflanzenresten, die <i>aerob</i> abgebaut werden, da noch ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Der <i>Katotelm</i> ist wesentlich dichter gelagert, ständig wassergesättigt und weist rund hundertfach geringere Abbauraten auf. Der mikrobielle Abbau verläuft aufgrund des kaum bis nicht vorhandenen Sauerstoffs rein <i>anaerob</i> ab und bilden <a href="Schwefelwasserstoff" title="Schwefelwasserstoff">Schwefelwasserstoff</a> und das charakteristisch schwarz gefärbte <a href="Eisen(II)-sulfid" title="Eisen(II)-sulfid">Eisensulfid</a>. Auch die Wasserflussraten sind extrem gering.<sup id="cite_ref-:0_5-2" class="reference"><a href="#cite_note-:0-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Pflanzen, die zur Vermoorung und Vertorfung führen, kommen in großer Anzahl vor und wuchern stark, sie treiben aber besonders verfilzte Wurzeln. Dazu zählen Heiden wie <a href="Besenheide" title="Besenheide">Besenheide</a> und <a href="Glocken-Heide" title="Glocken-Heide">Glocken-Heide</a>, <a href="Sauergrasgew%C3%A4chse" title="Sauergrasgewächse">Sauergräser</a>, besonders <i><a href="Seggen" title="Seggen">Seggen</a></i>-Arten und <a href="Wollgr%C3%A4ser" title="Wollgräser">Wollgräser</a> und <a href="Simsen_(Gattung)" title="Simsen (Gattung)">Simsen</a> sowie <a href="Binsen" title="Binsen">Binsen</a>, <a href="Schwarz-Erle" title="Schwarz-Erle">Schwarz-Erlen</a>, vor allem aber <a href="Torfmoose" title="Torfmoose">Torfmoose</a> (<i>Sphagnum</i>). In hoch gelegenen Regionen kann auch die <a href="Bergkiefer" title="Bergkiefer">Bergkiefer</a> (<i>Pinus mugo</i>) eine Rolle spielen. Je nach Beteiligung einzelner der genannten Pflanzen an der Moorbildung, der Ökologie und den <a href="Hydrologie" title="Hydrologie">hydrologischen</a> Verhältnissen werden <a href="Niedermoor" class="mw-redirect" title="Niedermoor">Niedermoore</a>, <a href="Moor#Zwischenmoore/Übergangsmoore" title="Moor">Zwischenmoore</a> sowie <a href="Hochmoor" title="Hochmoor">Hochmoore</a> unterschieden. In Ersteren dominieren <a href="Seggenried" title="Seggenried">Seggenriede</a>, <a href="R%C3%B6hricht" title="Röhricht">Röhrichte</a> und <a href="Bruchw%C3%A4lder" class="mw-redirect" title="Bruchwälder">Bruchwälder</a>, in den nährstoffärmeren Zwischen- und Hochmooren sind Torf- und Braunmoose die Haupttorfbildner. Moore sind bedeutende natürliche Kohlenstoffspeicher.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Torf bildet sich fast ausschließlich in Mooren und <a href="Moorwald" title="Moorwald">Moorwäldern</a>, da hier die entscheidenden Bedingungen für die Torfbildung vorliegen. Doch auch in anderen Typen von <a href="Feuchtgebiet" title="Feuchtgebiet">Feuchtgebieten</a> kann unter ähnlichen Bedingungen Torf entstehen: In <a href="Flussaue" title="Flussaue">Flussauen</a>, <a href="Altwasser_(Fluss)" title="Altwasser (Fluss)">alten Flussarmen</a>, langfristig überfluteten <a href="Sumpf" title="Sumpf">Sümpfen</a> (etwa <a href="Raphia" title="Raphia">Raphiatorfsumpfwäldern</a> im tropischen Afrika), stark vernässtem <a href="Marschland" title="Marschland">Marschland</a> <i>(Schwemmtorf)</i> oder <i>Brackwassertorfe</i> im <a href="Watt_(K%C3%BCste)" title="Watt (Küste)">Watt</a> oder tropischen <a href="Mangrove_(%C3%96kosystem)" title="Mangrove (Ökosystem)">Mangrovengebieten</a>. Im englischsprachigen Raum ist die Bezeichnung <b>peatlands</b> („Torfgebiete“) für alle Feuchtgebiete üblich, in denen grundsätzlich Torf vorkommen kann.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Torfabbau">Torfabbau</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Torfstich" title="Torfstich">Torfstich</a></i></div>
<p>Erste Kultivierungsmaßnahmen in manueller Bearbeitung in weiten Moorgebieten Norddeutschlands waren bis in das 18. Jahrhundert die Entwässerung über Gräben und nachfolgendes Abbrennen der Flächen. Ausgiebige Torfbrände verursachten bis ins 19. Jahrhundert den <a href="Heerrauch" class="mw-redirect" title="Heerrauch">Heerrauch</a>.
</p><p>Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wird Torf nach dem Tagebauverfahren in entwässerten offenen Gruben gewonnen. Weißtorf wird nach Entwässerung der Lagerschichten durch aufnehmendes Fräsen und das Volumen reduzierendes Pressen für den Handel aufbereitet. Schwarztorf wurde früher manuell gestochen und in Horden oder Hocken an der Luft getrocknet. Heute wird Torf auch nicht mehr maschinell gestochen, sondern im Fließverfahren gefräst oder gebaggert und zunächst durch Pressen und schließlich durch offene Lagerung bis zur Verwertung getrocknet.
</p><p>Traditionell wurde Torf vor allem als <a href="Brennmaterial#Fossile_Brennstoffe" class="mw-redirect" title="Brennmaterial">Heizmaterial</a> verwendet. Da Moore von Ökologen mittlerweile als bewahrenswerte <a href="Biotop" title="Biotop">Biotope</a> angesehen werden, findet in <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a> ein Abbau aus intakten Mooren nicht mehr statt, vornehmlich werden bereits in der Vergangenheit trockengelegte ehemalige Moore als Torflagerstätten genutzt. In Skandinavien und <a href="Irland" title="Irland">Irland</a> wie auch im <a href="Baltikum" title="Baltikum">Baltikum</a> wird Torf noch lokal beschränkt zur Energie- und Wärmegewinnung abgebaut und dient vor allem der lokalen Versorgung.
</p><p>Die Eigenschaften von <a href="Niedermoor" class="mw-redirect" title="Niedermoor">Niedermoor</a>- und <a href="Hochmoor" title="Hochmoor">Hochmoortorfen</a> unterscheiden sich beträchtlich. Niedermoore spielen außer bei <a href="Urbarmachung" title="Urbarmachung">Urbarmachung</a> wirtschaftlich keine Rolle, nur in geringen Mengen wird Niedermoortorf für <a href="Balneologie" title="Balneologie">balneologische</a> Zwecke abgebaut. Die Nutzung von Torf als Brennstoff an der Nordseeküste ist bereits durch <a href="Plinius_der_%C3%84ltere" title="Plinius der Ältere">Plinius</a> überliefert; auch ein arabischer Reisender des 10. Jahrhunderts berichtet von „brennbarer Erde“. Hochmoortorf hat seit dem 15. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts sowie in Notzeiten des 20. Jahrhunderts als Brennstoff in Form des minderwertigen Splinttorfes große Bedeutung besessen. Gegenwärtig wird er hauptsächlich in der Pflanzenindustrie und sowohl von Berufs- wie Hobbygärtnern in großen Mengen verwendet.
</p><p>Durch den Abbau des Torfs, der eine Entwässerung voraussetzt, um die Flächen befahren und Maschinen einsetzen zu können, werden die betroffenen Moore als Naturflächen großräumig zerstört. Angesichts ihrer Langsamwüchsigkeit und des schweren Eingriffs, den die Entwässerung bedeutet, können sie sich meist nicht mehr erholen. In vielen Ländern wie Deutschland, <a href="Kanada" title="Kanada">Kanada</a> und <a href="Finnland" title="Finnland">Finnland</a> werden abgetorfte Flächen durch Wiedervernässen regeneriert. Die regionalen Verwaltungen betreiben nach Auslaufen der Abbaulizenzen Projekte zur Wiedervernässung, Regenerierung oder zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung ehemaliger Torfabbaugebiete. Aufgrund des gewachsenen ökologischen Bewusstseins der Bevölkerung ist das bloße Liegenlassen abgetorfter Flächen keine akzeptierte Vorgehensweise mehr. Zudem erfordert die Entwässerung angrenzender Flächen meist eine kontrollierte Wasserführung. Die Zulassung neuer Flächen zum Abbau unterliegt strengen Auflagen.
</p><p>Die weltweite Menge an abgebautem Torf betrug 2020 fast 29 Millionen Tonnen. Mit Abstand größter globaler Erzeuger mit einem Anteil von 41,5 Prozent war dabei Finnland. Weitere große Erzeugerländer sind Belarus, Schweden, Deutschland und Lettland. Aus diesen fünf Ländern kamen 2020 ca. 74 Prozent der globalen Torfmengen. Da die Torffelder als <a href="Kohlenstoffsenke" title="Kohlenstoffsenke">Kohlenstoffsenken</a> dienen, planen viele europäische Erzeugerländer, den Abbau von Torf zu verringern oder einzustellen. So hat Irland 2021 den Torfabbau praktisch eingestellt und will die Produktion von Torfbriketts bis 2024 auslaufen lassen. Auch der größte Erzeuger Finnland plant im Zuge seiner Strategie, bis 2035 kohlenstoffneutral werden zu wollen, ein Auslaufen des Torfabbaus.<sup id="cite_ref-usgs_2022_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-usgs_2022-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Einen Überblick über die globalen Abbaumengen liefert folgende Tabelle:<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<table class="wikitable sortable" style="text-align:right">
<caption>Torf-Abbaumengen weltweit nach Ländern<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</caption>
<tbody><tr>
<th rowspan="2">Land
</th>
<th colspan="6">Abbaumenge in t
</th></tr>
<tr>
<th>2000
</th>
<th>2005
</th>
<th>2010
</th>
<th>2019
</th>
<th>2020
</th>
<th>2022
</th></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Belarus</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Belarus" title="Belarus"></a></span> <a href="Belarus" title="Belarus">Belarus</a>
</td>
<td>2.100.000
</td>
<td>1.800.000
</td>
<td>2.593.000
</td>
<td>2.670.000
</td>
<td>2.590.000
</td>
<td>1.700.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none;">Deutschland</span><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Deutschland" title="Deutschland"></a></span> <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a>
</td>
<td>2.980.000
</td>
<td>850.000
</td>
<td>k. A.
</td>
<td>4.200.000
</td>
<td>2.300.000
</td>
<td>2.600.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Estland</span><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Estland" title="Estland"></a></span> <a href="Estland" title="Estland">Estland</a>
</td>
<td>1.000.000
</td>
<td>1.000.000
</td>
<td>965.000
</td>
<td>890.000
</td>
<td>1.060.000
</td>
<td>350.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Finnland</span><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Finnland" title="Finnland"></a></span> <a href="Finnland" title="Finnland">Finnland</a>
</td>
<td>7.400.000
</td>
<td>7.600.000
</td>
<td>6.460.000
</td>
<td>11.800.000
</td>
<td>12.000.000
</td>
<td>5.400.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Irland</span><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Irland" title="Irland"></a></span> <a href="Irland" title="Irland">Irland</a>
</td>
<td>5.500.000
</td>
<td>5.600.000
</td>
<td>3.300.000
</td>
<td>1.730.000
</td>
<td>1.300.000
</td>
<td>k. A.
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Kanada</span><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Kanada" title="Kanada"></a></span> <a href="Kanada" title="Kanada">Kanada</a>
</td>
<td>1.230.000
</td>
<td>1.350.000
</td>
<td>1.262.000
</td>
<td>1.260.000
</td>
<td>1.400.000
</td>
<td>1.700.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none;">Lettland</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Lettland" title="Lettland"></a></span> <a href="Lettland" title="Lettland">Lettland</a>
</td>
<td>650.000
</td>
<td>1.000.000
</td>
<td>1.119.000
</td>
<td>2.200.000
</td>
<td>2.000.000
</td>
<td>2.000.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Litauen</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Litauen" title="Litauen"></a></span> <a href="Litauen" title="Litauen">Litauen</a>
</td>
<td>350.000
</td>
<td>400.000
</td>
<td>327.000
</td>
<td>500.000
</td>
<td>460.000
</td>
<td>480.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Polen</span><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Polen" title="Polen"></a></span> <a href="Polen" title="Polen">Polen</a>
</td>
<td>k. A.
</td>
<td>k. A.
</td>
<td>870.000
</td>
<td>700.000
</td>
<td>1.000.000
</td>
<td>1.200.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Moldau Republik</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Republik_Moldau" title="Republik Moldau"></a></span> <a href="Republik_Moldau" title="Republik Moldau">Moldau</a>
</td>
<td>475.000
</td>
<td>475.000
</td>
<td>475.000
</td>
<td>k. A.
</td>
<td>k. A.
</td>
<td>k. A.
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Russland</span><span style="white-space:nowrap"><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Russland" title="Russland"></a></span> <a href="Russland" title="Russland">Russland</a></span>
</td>
<td>2.000.000
</td>
<td>2.100.000
</td>
<td>1.300.000
</td>
<td>909.000
</td>
<td>1.000.000
</td>
<td>1.000.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Schweden</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Schweden" title="Schweden"></a></span> <a href="Schweden" title="Schweden">Schweden</a>
</td>
<td>700.000
</td>
<td>2.100.000
</td>
<td>2.550.000
</td>
<td>3.000.000
</td>
<td>2.400.000
</td>
<td>2.300.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Ukraine</span><span style="white-space:nowrap"><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Ukraine" title="Ukraine"></a></span> <a href="Ukraine" title="Ukraine">Ukraine</a></span>
</td>
<td>1.000.000
</td>
<td>1.000.000
</td>
<td>597.000
</td>
<td>685.000
</td>
<td>680.000
</td>
<td>440.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Vereinigtes Konigreich</span><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich"></a></span> <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">Vereinigtes Königreich</a>
</td>
<td>500.000
</td>
<td>k. A.
</td>
<td>k. A.
</td>
<td>k. A.
</td>
<td>k. A.
</td>
<td>k. A.
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Vereinigte Staaten</span><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten"></a></span> <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">Vereinigte Staaten</a>
</td>
<td>755.000
</td>
<td>690.000
</td>
<td>628.000
</td>
<td>456.000
</td>
<td>444.000
</td>
<td>340.000
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><span style="display:none">Vereinte Nationen</span><span style="white-space:nowrap"><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Vereinte_Nationen" title="Vereinte Nationen"></a></span></span> Andere Länder
</td>
<td>760.000
</td>
<td>1.200.000
</td>
<td>670.000
</td>
<td>730.000
</td>
<td>350.000
</td>
<td>440.000
</td></tr>
<tr>
<th style="text-align:left">Insgesamt
</th>
<th>27.400.000
</th>
<th>26.000.000
</th>
<th>23.400.000
</th>
<th>31.900.000
</th>
<th>28.900.000
</th>
<th>20.000.000
</th></tr></tbody></table>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Torfnutzung">Torfnutzung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Brennstoff">Brennstoff</h3></div>
<p>Torf hat als <a href="Brennstoff" title="Brennstoff">Brennstoff</a> in trockenem Zustand einen <a href="Heizwert" title="Heizwert">Heizwert</a> von 20–22 <a href="Joule" title="Joule">MJ</a>/kg<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, vergleichbar mit <a href="Braunkohle" title="Braunkohle">Braunkohle</a>. Allerdings hat frischer Torf einen sehr hohen Wassergehalt und muss daher vor der Verbrennung in der Regel aufwändig getrocknet werden. Zudem hat Torf einen sehr hohen Aschegehalt, einen niedrigen Asche<a href="Schmelzpunkt" title="Schmelzpunkt">schmelzpunkt</a> und enthält einige chemische Bestandteile, die sich bei der Verbrennung korrosiv und/oder umweltschädlich verhalten. Der Ausbrand erfolgt sehr langsam, die <a href="Asche" title="Asche">Asche</a> enthält viel Unverbranntes und glüht daher lange nach. Aus diesen Gründen zählt Torf zu den eher problematischen und minderwertigen Brennstoffen. Offenes Torffeuer riecht wegen der enthaltenen sauren Bestandteile recht stark.
</p><p>Unerlässlich ist der Torf als Brennstoff noch bei der <a href="Malz" title="Malz">Malz</a>herstellung für viele schottische Whiskysorten, da der Torfrauch erheblich zum Geschmack des Endproduktes beiträgt;<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> außerhalb Schottlands produzierte <a href="Whisky" title="Whisky">Whiskys</a> verwenden meist keinen Torfrauch. Als Brennstoff für die allgemeine Anwendung wird Torf in nennenswerter Menge nur noch in Regionen mit ausgedehnten Moorlandschaften verwendet. In Europa sind dies vor allem <a href="Skandinavien" title="Skandinavien">Skandinavien</a> (Finnland, Schweden), die <a href="Britische_Inseln" title="Britische Inseln">britischen Inseln</a> (Irland, Schottland) und das <a href="Baltikum" title="Baltikum">Baltikum</a> (Estland, Lettland, Litauen):<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<table class="wikitable zebra">
<tbody><tr>
<th>Land</th>
<th><a href="Energieerzeugung" class="mw-redirect" title="Energieerzeugung">Energieerzeugung</a><br>aus Torf [<a href="%C3%96leinheit" title="Öleinheit">ktoe</a>/<a href="Jahr" title="Jahr">a</a>]<style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261937660">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .fussnoten-marke{font-style:normal;font-variant:normal;font-weight:normal;unicode-bidi:isolate;white-space:nowrap}.mw-parser-output sup.fussnoten-marke{font-size:0.75rem}.mw-parser-output .fussnoten-etui sup{margin-left:-0.15rem}.mw-parser-output span.fussnoten-inhalt{padding-left:0.1rem}.mw-parser-output span.fussnoten-inhalt+span.fussnoten-inhalt{padding-left:0.15rem}.mw-parser-output .fussnoten-block{margin-bottom:0.1rem}.mw-parser-output div.fussnoten-inhalt{display:inline-block;padding-left:0.8rem;text-indent:-0.8rem}.mw-parser-output div.fussnoten-inhalt p,.mw-parser-output div.fussnoten-inhalt dl,.mw-parser-output div.fussnoten-inhalt ol,.mw-parser-output div.fussnoten-inhalt ul{text-indent:0}.mw-parser-output div.fussnoten-inhalt.fussnoten-floatfix{display:block}.mw-parser-output .fussnoten-box{margin-top:0.5rem;padding-left:0.8rem}.mw-parser-output .fussnoten-box,.mw-parser-output div.fussnoten-inhalt{font-size:94%}.mw-parser-output .fussnoten-box div.fussnoten-inhalt,.mw-parser-output span.fussnoten-inhalt,.mw-parser-output .fussnoten-inhalt .reference-text{font-size:inherit}.mw-parser-output .fussnoten-inhalt .reference-text{display:inline}.mw-parser-output .fussnoten-linie{display:inline-block;position:relative;top:-1em;border-top:solid 1px #808080;width:8rem}.mw-parser-output .fussnoten-linie+p,.mw-parser-output .fussnoten-linie+dl,.mw-parser-output .fussnoten-linie+ol,.mw-parser-output .fussnoten-linie+ul,.mw-parser-output .fussnoten-linie+link+div{margin-top:-1em}.mw-parser-output .annotationpair-m:target .fussnoten-marke,.mw-parser-output .fussnoten-inhalt:target{background-color:var(--background-color-progressive-subtle,#f1f4fd);box-shadow:0 0 0 0.25em var(--background-color-progressive-subtle,#f1f4fd)}.mw-parser-output .annotationpair-m:target .fussnoten-marke,.mw-parser-output .fussnoten-inhalt:target .fussnoten-marke{font-weight:bold}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style> <span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="1">1</sup></span><br><small>(Stand 2010)</small></th>
<th>Anteil Torf am<br> <a href="Brennstoffverbrauch" class="mw-redirect" title="Brennstoffverbrauch">Brennstoffverbrauch</a> [%]<br><small>(Stand 2010)</small>
</th></tr>
<tr>
<td>Finnland</td>
<td style="text-align:center">2280</td>
<td style="text-align:center">7<span style="visibility:hidden;">0</span>
</td></tr>
<tr>
<td>Irland</td>
<td style="text-align:center"><span style="visibility:hidden;">0</span>987</td>
<td style="text-align:center">5<span style="visibility:hidden;">0</span>
</td></tr>
<tr>
<td>Schweden</td>
<td style="text-align:center"><span style="visibility:hidden;">0</span>290</td>
<td style="text-align:center">0,6
</td></tr>
<tr>
<td>Estland</td>
<td style="text-align:center"><span style="visibility:hidden;">0</span>72</td>
<td style="text-align:center">1,2
</td></tr>
<tr>
<td>Litauen</td>
<td style="text-align:center"><span style="visibility:hidden;">00</span>4</td>
<td style="text-align:center">0,3
</td></tr>
<tr>
<td>Lettland</td>
<td style="text-align:center"><span style="visibility:hidden;">00</span>2</td>
<td style="text-align:center">0,1
</td></tr></tbody></table>
<p><small></small></p><small><div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="1">1</sup> <div class="reference-text">ktoe = 10<sup>6</sup> <a href="%C3%96leinheit" title="Öleinheit">ÖE</a> = 11,6 GWh ≈ 3500–4000 t Torf</div></div></div></small>
<p>Die Nutzung von Torf in diesen Ländern ist allerdings sehr unterschiedlich. In Finnland, Irland und Schweden wird der Großteil in größeren Kraft- und Heizwerken verbrannt, in den baltischen Staaten in kleinen Heizungen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Torf-Kraftwerke">Torf-Kraftwerke</h4></div>
<p>Einige moorreiche Länder betreiben <a href="Torfkraftwerk" title="Torfkraftwerk">Torfkraftwerke</a>, in denen Torf in großem Maßstab als Brennstoff zur Stromerzeugung eingesetzt wird. Wurde der Torf früher überwiegend in <a href="Grassode" title="Grassode">Soden</a>-/Ballenform auf einem <a href="Rostfeuerung" title="Rostfeuerung">Rost</a> verbrannt, kommt er aktuell überwiegend in gemahlener Form in einer <a href="Wirbelschicht" title="Wirbelschicht">Wirbelschicht</a> zum Einsatz. Die Verstromung von Torf ist aufgrund des hohen Wassergehalts des Torfes jedoch sehr ineffizient und aufgrund des hohen Brennstoffverbrauchs mit der Zerstörung großer Moorflächen verbunden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Torfkohle">Torfkohle</h4></div>
<p>Torf kann – statt ihn direkt als Brennstoff zu nutzen – ähnlich wie bei der Herstellung von <a href="Holzkohle" title="Holzkohle">Holzkohle</a> unter geringer Luft- bzw. Sauerstoffzufuhr langsam in einem <a href="Kohlenmeiler" title="Kohlenmeiler">Kohlenmeiler</a> zu Torfkohle umgewandelt werden. Auf diese Weise entsteht ein Brennstoff, der einen wesentlich höheren Heizwert und günstigere Verbrennungseigenschaften aufweist.
</p><p>Dieses Verfahren war im 18. und frühen 19. Jahrhundert verbreitet, da der Bedarf an heizwertreichen Brennstoffen mit der <a href="Industrialisierung" title="Industrialisierung">Industrialisierung</a> in der Erz<a href="Verh%C3%BCttung" class="mw-redirect" title="Verhüttung">verhüttung</a>, in <a href="Ziegelei" title="Ziegelei">Ziegeleien</a> und weiteren Industrien rapide anstieg. Da „echte“ <a href="Kohle" title="Kohle">Kohle</a> noch nicht in ausreichender Menge verfügbar war und Holzkohle durch großflächige Abholzung von Wäldern knapp geworden war, kam es gelegen, dass wegen des zunehmenden Siedlungsdrucks große Torfgebiete urbar gemacht wurden und daher Torf in größerer Menge als billiger Brennstoff für die Verkohlung zur Verfügung stand. Torf wurde so zu einem wichtigen überregionalen Handelsgut. Da Torfasche lange nachglüht, führte dies zu vielen <a href="Brand" title="Brand">Bränden</a>. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts ließ mit der Erfindung der Eisenbahn und nach der Aufforstung mit schnellwachsenden Nadelbäumen der Mangel an Kohle und Holz nach und die Torfkohle verlor an Bedeutung.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Whisky-Herstellung">Whisky-Herstellung</h4></div>
<p>In einigen <a href="Whisky" title="Whisky">Whisky</a>-Destillerien, vor allem auf den <a href="Schottland" title="Schottland">schottischen</a> Inseln, wird das <a href="Malz" title="Malz">Malz</a> über einem Torffeuer <a href="Darre" title="Darre">gedarrt</a>. Ursprünglich war dies ein einfaches Gebot der Notwendigkeit, da Schottland sehr waldarm ist und Holz- oder Holzkohlefeuer daher zu teuer waren. Das Torffeuer ist inzwischen zu einem wichtigen Geschmacksträger geworden; nur so kann der spezielle rauchig-<a href="Phenole" title="Phenole">phenolartige</a> Geschmack einiger Whiskys erzielt werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Brennstoff_für_Dampflokomotiven"><span id="Brennstoff_f.C3.BCr_Dampflokomotiven"></span>Brennstoff für Dampflokomotiven</h4></div>
<p>Torf wurde in verschiedenen Gegenden auch als Heizmaterial für <a href="Dampflokomotive" title="Dampflokomotive">Dampflokomotiven</a><sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> verwendet. Wegen des langen Nachglühens der <a href="Asche" title="Asche">Torfasche</a> hatten diese Loks wie etwa die <a href="Oldenburgische_G_1" title="Oldenburgische G 1">Oldenburgische G 1</a> zur Verhinderung von <a href="Brand" title="Brand">Waldbränden</a> charakteristisch birnenförmige Schornsteine. Um eine entsprechende Menge von Torf mitführen zu können, führten Dampflokomotiven teilweise mehrere geschlossene <a href="Schlepptender" title="Schlepptender">Torftender</a> oder auch sogenannte Torfmunitionswagen hinter sich her.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Heizmaterial_für_Gärtnereibetriebe"><span id="Heizmaterial_f.C3.BCr_G.C3.A4rtnereibetriebe"></span>Heizmaterial für Gärtnereibetriebe</h4></div>
<p>Torf wurde regional in großen Mengen verheizt, auch um Gärtnereibetriebe mit Wärme für Gewächshäuser zu versorgen. Ein großer Betrieb in <a href="Wiesmoor" title="Wiesmoor">Wiesmoor</a>, die <a href="Wiesmoor-G%C3%A4rtnerei" title="Wiesmoor-Gärtnerei">Wiesmoor-Gärtnerei</a>, wurde noch im 20. Jahrhundert in Nachbarschaft eines Torfkraftwerks eröffnet. Die Regionen Ammerland und Ostfriesland sind für große Vielfalten an Azaleenkulturen bekannt. Der Ursprung der Gewächshauskulturen in den Niederlanden und in Flandern geht auf die Nutzung des Torfs als Heizmaterial und als Substrat zurück.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kultursubstrat">Kultursubstrat</h3></div>
<p>Da Torf ein Vielfaches seines Eigengewichtes an Wasser speichern kann, wird er mit Kalk neutralisiert, mit Nährsalzen und weiteren <a href="Zuschlagstoff" title="Zuschlagstoff">Zuschlagstoffen</a> wie Ton oder Sand aufgemischt und so zum Kultursubstrat weiterverarbeitet. Einige Pflanzen wie <a href="Azalee" title="Azalee">Azaleen</a> benötigen einen sauren Boden und so dient die Beimischung von Torf üblicherweise auch zur präzisen Regelung des <a href="Bodenversauerung" title="Bodenversauerung">Säurehaushaltes</a> des Bodens. In der Berufsgärtnerei gibt es bisher kaum Ersatzmöglichkeiten für Torf. Kritisiert wird von <a href="Naturschutz" title="Naturschutz">Naturschützern</a> insbesondere der Einsatz von Torf im privaten Garten. Von Hobbygärtnern werden jedes Jahr zur Bodenverbesserung rund 2,3 Millionen Kubikmeter Torf ausgebracht. Ohne vorhergehendes Neutralisieren und Düngen kann dieser lediglich die Durchlüftung des Bodens verbessern, sonst jedoch durchaus die Bodenqualität verschlechtern, da Hochmoortorf extrem nährstoffarm ist und zur <a href="Bodenversauerung" title="Bodenversauerung">Bodenversauerung</a> führt.
</p><p>Aus Rinde oder Holzabfällen werden inzwischen Torfersatzstoffe hergestellt, die eine ähnliche bodenverbessernde Wirkung haben, aber kaum zur Versauerung des Bodens beitragen. In vielen Fällen ist einfacher <a href="Kompost" class="mw-redirect" title="Kompost">Kompost</a> das beste Mittel zur Bodenverbesserung.
</p><p>In der Zucht von <a href="Speisepilz" title="Speisepilz">Speisepilzen</a> wie <a href="Zucht-Champignon" title="Zucht-Champignon">Zucht-Champignons</a> wachsen diese auf Substraten, die auf <a href="Kompost" class="mw-redirect" title="Kompost">Kompost</a>- und <a href="Pferdeapfel" title="Pferdeapfel">Pferdemist</a> basieren und mit einer Schicht torfhaltiger Erde abgedeckt werden. In Deutschland werden hierfür, nach Angaben des <a href="Fraunhofer-Institut_f%C3%BCr_Keramische_Technologien_und_Systeme" title="Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme">Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme</a>, jährlich rund 55.000 Tonnen torfhaltige Abdeckerden benötigt. Im Einklang mit dem <a href="Bundes-Klimaschutzgesetz" title="Bundes-Klimaschutzgesetz">Bundes-Klimaschutzgesetz</a> muss zeitnah eine geeignete Alternative gefunden werden, da die Verwendung von Torfprodukten im gewerblichen Gartenbau ab 2030 nicht mehr erlaubt sein wird.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Medizin,_Kosmetik"><span id="Medizin.2C_Kosmetik"></span>Medizin, Kosmetik</h3></div>
<p>Torf wird ebenfalls in der <a href="Medizin" title="Medizin">Medizin</a> und <a href="K%C3%B6rperpflege" title="Körperpflege">Körperpflege</a> eingesetzt, vor allem als <a href="Moorbad" title="Moorbad">Moorbad</a>, Moorpackungen und sogar als Torfsauna. Badetorf unterscheidet sich von normalem Torf durch seine geringe Zahl an gesundheitlich gefährdenden Mikroorganismen. Die heilende Wirkung des Torfes ist noch nicht vollständig erforscht. <a href="Balneologie" title="Balneologie">Balneologen</a> vermuten eine heilende Wirkung, wenn der Torf als dickflüssiger Moorbrei mit Temperaturen von 38 °C bis 40 °C auf die Haut aufgebracht wird. Insbesondere die damit verbundene Wärmebehandlung, daneben auch die enthaltenen <a href="Humins%C3%A4ure" class="mw-redirect" title="Huminsäure">Huminsäuren</a>, versprechen einen positiven Einfluss auf das <a href="Endokrines_System" class="mw-redirect" title="Endokrines System">Endokrine System</a> und eine Förderung der Durchblutung des Körpers. Eine besonders positive Eigenschaft haben die milden Huminsäuren, die im Schwarztorf mehr als im Weißtorf enthalten sind. Die Huminsäuren bewirken eine bessere Durchblutung der Haut und lassen diese weich wirken. Die Huminsäuren liegen im schwach sauren Bereich pH um 5,7. Der Torf für die äußeren Anwendungen wird aus landwirtschaftlich ungenutzten Abbauflächen gewonnen. Die geeignetsten Abbaugebiete für schweren Schwarztorf zur Herstellung von Moorbädern und Packungen liegen in Ostfriesland.
</p><p>In Kosmetikprodukten wird Torf in der Liste der Inhaltsstoffe als <small>PEAT</small> (<a href="Internationale_Nomenklatur_f%C3%BCr_kosmetische_Inhaltsstoffe" title="Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe">INCI</a>)<sup id="cite_ref-CosIng_18-0" class="reference"><a href="#cite_note-CosIng-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><span class="editoronly" style="display:none;"></span> angegeben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Weitere_Nutzungen">Weitere Nutzungen</h3></div>
<p>Aus Torffasern lassen sich Textilien herstellen, die besonders leicht und warm sind. Des Weiteren kann Schwarztorf zur Herstellung von <a href="Aktivkohle" title="Aktivkohle">Aktivkohle</a> verwendet werden. Früher kam Torf auch als Streu in Ställen zum Einsatz. So wurde z. B. der Torfstich in Aukštumalė (bekannt durch die erste Monographie zu einem <a href="Hochmoor" title="Hochmoor">Hochmoor</a> von 1902, heute <a href="Litauen" title="Litauen">Litauen</a>) angelegt, um Streu für die Pferde der <a href="K%C3%B6nigsberg_(Preu%C3%9Fen)" title="Königsberg (Preußen)">Königsberger</a> <a href="Pferdebahn" title="Pferdebahn">Pferdebahn</a> zu gewinnen.
</p><p>In den letzten Jahrzehnten des 19. und den ersten des 20. Jahrhunderts baute das Torfstreu- und Mullewerk <a href="Haspelmoor" title="Haspelmoor">Haspelmoor</a> in Südbayern (zwischen München und Augsburg gelegen) großflächig Torf ab. Er diente als Stallstreu und überwiegend als Isoliermaterial für Eiskeller und oberirdische Eishütten für Brauereien und Gaststätten. Haspelmoor-Torf wurde in ganz Europa vertrieben, begünstigt durch die direkte Lage des Moores an der <a href="Bahnstrecke_M%C3%BCnchen%E2%80%93Augsburg" title="Bahnstrecke München–Augsburg">Bahnstrecke München–Augsburg</a>.
</p><p>Torf wurde früher gelegentlich auch als preiswerte Schlafunterlage (Torfbett) verwendet und eignete sich besonders für <a href="Enuresis" title="Enuresis">Bettnässer</a> und Kleinkinder. Auch in jüngster Zeit werden Torffasern als natürlicher Rohstoff für Matratzen, Bettdecken und Kissen wieder verwendet.
</p><p>Eine weitere Anwendung ist im Bereich der <a href="Aquarium" title="Aquarium">Aquaristik</a> und Teichpflege zu finden. Hier werden vornehmlich Schwarztorfe als Filtermaterial zur Herabsetzung des pH-Wertes der Karbonathärte verwendet. Als festes Schwarztorfgranulat ist es filtertauglich. Die Algen- und Pilzbildungen werden stark reduziert und der Stickstoffgehalt gesenkt. Das Wasser wird klarer. Der Torf bewirkt eine leichte Bräunung des Wassers (Schwarzwassereffekt). Schwarztorf enthält <a href="Fulvos%C3%A4uren" title="Fulvosäuren">Fulvosäuren</a>, die die Schleimhäute der Fische vor bakteriellem Krankheitsbefall schützen.
</p><p>In der Chemie wird Torf auch als natürlicher Ionentauscher verwendet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="In_den_Ländern"><span id="In_den_L.C3.A4ndern"></span>In den Ländern</h2></div>
<p>Weltweit gibt es etwa 271 Millionen Hektar Torfboden: in Afrika 6 Millionen Hektar, in Nordamerika 135 Millionen Hektar, Südamerika 6 Millionen Hektar, Asien 33 Millionen Hektar, Europa 88 Millionen Hektar, Naher Osten 2 Millionen Hektar und Ozeanien 1 Million Hektar.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Deutschland">Deutschland</h3></div>
<p>Zum Themenkreis <a href="Moor" title="Moor">Moor</a> und Torf sind umfangreiche Sammlungen von Geschichten und Gedichte in niederdeutscher Sprache herausgegeben worden.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Deutschland wurde und wird Torf auf dem Gebiet der Bundesländer <a href="Rheinland-Pfalz" title="Rheinland-Pfalz">Rheinland-Pfalz</a>, <a href="Niedersachsen" title="Niedersachsen">Niedersachsen</a>, <a href="Schleswig-Holstein" title="Schleswig-Holstein">Schleswig-Holstein</a> und <a href="Mecklenburg-Vorpommern" title="Mecklenburg-Vorpommern">Mecklenburg-Vorpommern</a> abgebaut.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Torfbestände nehmen von West nach Ost zu. Ist die Torfmächtigkeit in Niedersachsen z. B. <a href="Wiesmoor" title="Wiesmoor">Wiesmoor</a> maximal zwei Meter, so sind die Torfmächtigkeiten in den Flussmooren beispielsweise von <a href="Peene" title="Peene">Peene</a>, <a href="Trebel" title="Trebel">Trebel</a> und <a href="Tollense" title="Tollense">Tollense</a> in Vorpommern zwischen neun und zwölf Metern. Wegen der fehlenden Brennstoffversorgung im Norden der <a href="DDR" class="mw-redirect" title="DDR">DDR</a> wurde dort bis Mitte der 1950er Jahre in Torfgenossenschaften Torf maschinell gewonnen und als gefragter Brennstoff für Heizungszwecke verarbeitet (Trockentorf oder Presstorf). Erst danach wurden die Torfflächen in der Regel in Ruhe gelassen, das heißt, es erfolgte außer <a href="Beweidung" class="mw-redirect" title="Beweidung">Beweidung</a> und <a href="Heuwerbung" class="mw-redirect" title="Heuwerbung">Heuwerbung</a> in Teilen der Flächen wenig Nutzung, seit 1990 werden entsprechend den Erkenntnissen die Torfpolder <a href="Renaturierung" title="Renaturierung">renaturiert</a> und <a href="Wiedervern%C3%A4ssung" title="Wiedervernässung">wiedervernässt</a>. Viele der Flussmoorflächen sind heute unter Naturschutz wie das <a href="Peenetal" title="Peenetal">Peenetal</a>.
</p><p>Auch im <a href="Bayern" title="Bayern">bayerischen</a> <a href="Alpenvorland" title="Alpenvorland">Alpenvorland</a> finden sich einige Gebiete, in denen Torf abgebaut wurde, wie das <a href="Ainring" title="Ainring">Ainringer</a> Moos, die <a href="Kendlm%C3%BChlfilzen" title="Kendlmühlfilzen">Kendlmühlfilzen</a> bei <a href="Grassau" title="Grassau">Grassau</a> mit einer Mächtigkeit von sieben bis acht Metern, die <a href="Kollerfilze" class="mw-redirect" title="Kollerfilze">Kollerfilze</a> bei <a href="Bad_Feilnbach" title="Bad Feilnbach">Bad Feilnbach</a>, die Moore bei <a href="Kolbermoor" title="Kolbermoor">Kolbermoor</a> sowie diejenigen bei <a href="Sanimoor" title="Sanimoor">Sanimoor</a> in der Gemeinde <a href="Iffeldorf" title="Iffeldorf">Iffeldorf</a>. Diese Gebiete stellen alle Verlandungsflächen ehemaliger oder noch bestehender Seen dar (hier: <a href="Chiemsee" title="Chiemsee">Chiemsee</a>, <a href="Rosenheimer_See" class="mw-redirect" title="Rosenheimer See">Rosenheimer See</a>, <a href="Starnberger_See" title="Starnberger See">Starnberger See</a>).
</p><p>Jährlich werden rund 8,2 Millionen Kubikmeter Torf aus norddeutschen Mooren von einer Fläche von 20.000 <a href="Hektar" title="Hektar">Hektar</a> beziehungsweise acht Prozent der Hochmoore<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> abgebaut. Zur Bedarfsdeckung wird Torf heute aus dem <a href="Baltikum" title="Baltikum">Baltikum</a> und aus <a href="Russland" title="Russland">Russland</a> importiert.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="England">England</h3></div>
<p>Torf (engl. <i>peat</i>) wurde in <a href="England" title="England">England</a> seit der Zeit der Römer abgebaut. Bis heute findet man interessante Stellen wie die „<a href="Somerset" title="Somerset">Somerset</a> Levels“, an denen bis zu zehn Meter tiefe Abbaustellen archäologisch interessante Funde zutage gebracht haben in The <a href="Sweet_Track" title="Sweet Track">Sweet Track</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Finnland">Finnland</h3></div>
<p>In <a href="Finnland" title="Finnland">Finnland</a> wird Torf in großem Umfang genutzt, da etwa ein Drittel des Landes aus Torfboden besteht. Etwa 800.000 Hektar sind industriell nutzbar, die durchschnittliche Tiefe des Torfes beträgt jedoch nur etwa 1,4 Meter. Zirka 8 Prozent des Stromes und 6 Prozent des gesamten Energiebedarfs im Jahr 2003 wurden aus Torf erzeugt. Es gibt etwa 40 Kraftwerke, die Torf und Holz verfeuern, und 10 Prozent der Bevölkerung heizt mit Torf, der in der Regel als <a href="Pellet" title="Pellet">Pellet</a> angeliefert wird. Die größten Unternehmen sind Vapo Energia in <a href="Jyv%C3%A4skyl%C3%A4" title="Jyväskylä">Jyväskylä</a> und Turveruukki in <a href="Oulu" title="Oulu">Oulu</a>.
</p><p>Produziert wurden im Jahr 2001 6 Millionen Tonnen Torf zur Energieproduktion und 0,5 Millionen Tonnen Torf für den landwirtschaftlichen Bedarf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Irland">Irland</h3></div>
<p>Torf bedeckt in Irland etwa ein Sechstel der Landfläche. Die Mehrheit des hier vorkommenden Torfes ist nicht in Senken entstanden, sondern bedeckt als <i>Deckenmoor</i>, eine Unterart der <a href="Hochmoor" title="Hochmoor">Hochmoore</a>, mehr oder weniger gleichmäßig weite Landstriche. Diese zunächst unnatürlich erscheinende Ablagerung entstand einerseits durch die in Irland herrschenden hohen Niederschläge, wurde andererseits auch durch menschlichen Einfluss verstärkt. Insbesondere führte das nahezu vollständige Abholzen der Wälder vor einigen tausend Jahren zur Entstehung erster Torfschichten. Die oberste Pflanzenschicht diente zunächst als Weideland. Die natürliche Verdunstung reduzierte sich dadurch stark. Um <a href="Absp%C3%BClung" title="Abspülung">Abspülungen</a> durch <a href="Bodenerosion" title="Bodenerosion">Bodenerosion</a> zu vermeiden, stauten die Menschen das Wasser mit Mauern aus Feldsteinen. Dies führte zusätzlich über die Jahrtausende zum Wachsen des Torfes als die Landschaft einhüllende Decke. Im 21. Jahrhundert gibt es etwa eine Million Hektar derartiger Deckenmoore, die durchschnittlich 3 Meter dick sind.
</p><p>In Senken entstandene Moore gibt es in Irland nur auf einer Fläche von ca. 200.000 Hektar. Da diese deutlich älter sind – sie entstanden kurz nach dem Ende der <a href="Weichsel-Eiszeit" class="mw-redirect" title="Weichsel-Eiszeit">Weichsel-Eiszeit</a> vor 10.000 Jahren – sind sie im Durchschnitt 7 Meter dick und werden daher vorrangig abgebaut. Seit dem 18. Jahrhundert bauten die Einwohner Torf als Brennstoff ab, ausreichend Holz aus den Wäldern gab es schon lange nicht mehr. Diese Moore sind in Irland so gut wie verschwunden.
</p><p>Die Torfproduktion betrug 1999 etwa 4,7 Millionen Tonnen.
</p><p>Im Jahr 1946 entstand das halb-staatliche Unternehmen <a href="Bord_na_M%C3%B3na" title="Bord na Móna">Bord na Móna</a> durch den <i>Turf Development Act</i> (TDA), wodurch die industrielle Torfnutzung gefördert werden sollte. Der TDA betreibt ein sehr großes Schienennetz von etwa 1200 Meilen, das für den Torfabbau benötigt wird, und vergibt an Privatpersonen gegen Gebühr zeitlich und flächenmäßig begrenzte Abbaulizenzen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schweiz">Schweiz</h3></div>
<p>In der <a href="Schweiz" title="Schweiz">Schweiz</a> ist der Abbau von Torf <i>de facto</i> verboten, weil Moore von nationaler Bedeutung seit der Annahme der <a href="Rothenthurm-Initiative" title="Rothenthurm-Initiative">Rothenthurm-Initiative</a> im Jahr 1987 unter absolutem Schutz stehen nach Art. 78 Abs. 5 der <a href="Bundesverfassung_(Schweiz)" class="mw-redirect" title="Bundesverfassung (Schweiz)">Bundesverfassung</a>. Kein anderes Land kannte Stand 2010 ein annähernd gleich hohes Schutzniveau für Moore. Jedoch werden jährlich rund 150.000 Tonnen Torf aus dem Ausland importiert, die hauptsächlich im <a href="Gartenbau" title="Gartenbau">Gartenbau</a> Verwendung finden.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Konkret sind dies 171.000 Kubikmeter, was 32 Prozent der <a href="Import" title="Import">Torf-Importe</a> entspricht.,<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> umgerechnet mehr als 2200 <a href="ISO-Container" title="ISO-Container">Schiffscontainer</a>. Zur Reduktion des Torfeinsatzes setzt der <a href="Bundesrat_(Schweiz)" title="Bundesrat (Schweiz)">Bundesrat</a> vorrangig auf die Umsetzung von freiwilligen Maßnahmen.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Jedoch sind mit Stand 2021 nach wie vor viele torfhaltige Produkte im Handel erhältlich.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Natürliche_Torffeuer"><span id="Nat.C3.BCrliche_Torffeuer"></span>Natürliche Torffeuer</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Selbstentz%C3%BCndung" title="Selbstentzündung">Selbstentzündung</a></i></div>
<p><span id="Nat.C3.BCrliche_Torffeuer"></span><span id="Natürliche_Torffeuer"></span>Natürliche Torffeuer sind <a href="Erdbrand" title="Erdbrand">Erdbrände</a>, die fremdentzündet oder selbstentzündet sein können. Prinzipiell wird Torf dort in Brand geraten, wo das <a href="Grundwasser" title="Grundwasser">Grundwasser</a> künstlich abgesenkt wird, kein Regen fällt und <a href="Brandrodung" title="Brandrodung">Brandrodung</a> betrieben wird bzw. wo ein <a href="Waldbrand" title="Waldbrand">Waldbrand</a> wütet. Hohe Lufttemperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit sowie Wind, der die Austrocknung der Oberfläche begünstigt, fördern die Entzündung.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Afrika gibt es beispielsweise Gebiete, in denen während der <a href="Regenzeit" title="Regenzeit">Regenzeit</a> große Wassermassen in Trockengebiete abgeleitet werden und dort für einige Monate im Jahr ein Sumpfgebiet entsteht, welches zur Bildung von Torf führt. Dies ist der Fall in <a href="Mali" title="Mali">Mali</a> und in <a href="Botswana" title="Botswana">Botswana</a>. Wenn das Wasser verdunstet und der Torf von oben her abtrocknet, reichen normale Temperaturen von ca. 40 °C aus, die oberste Torfschicht durch Selbstentzündung in Brand zu setzen. Der Vorgang ist dabei derselbe wie beim selbstentzündeten <a href="Kohlebrand" title="Kohlebrand">Kohlebrand</a> oder bei <a href="Heuselbstentz%C3%BCndung" title="Heuselbstentzündung">Heuselbstentzündung</a>.
</p><p>Im Jahr 2010 kam es in Russland zu mehreren <a href="Wald-_und_Torfbr%C3%A4nde_in_Russland_2010" title="Wald- und Torfbrände in Russland 2010">großen Torffeuern</a>.
</p><p><a href="Moorbrand_im_Emsland_2018" title="Moorbrand im Emsland 2018">Anfang September 2018</a> kam es im <a href="Landkreis_Emsland" title="Landkreis Emsland">Landkreis Emsland</a> bei <a href="Meppen" title="Meppen">Meppen</a> zu einem <a href="Moorbrand" class="mw-redirect" title="Moorbrand">Moorbrand</a> nach Raketentests, zwei Wochen später waren bereits acht Quadratkilometer betroffen.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Indonesien">Indonesien</h3></div>
<p>In Indonesien gibt es große <a href="Moor#Tropische_Waldmoore" title="Moor">Torfwälder</a>, die auf mehrere Meter mächtigen Torfflözen wachsen. Nach der Entwässerung von einer Million Hektar Sumpfland im Rahmen des <i>Mega-Rice</i>-Projektes auf der Insel <a href="Borneo" title="Borneo">Borneo</a> entstanden dort Wald- und Torfbrände, wodurch mindestens 40 cm Torf auf einer Fläche von 500.000 Hektar verloren gingen.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Jahr 1997 brannten etwa zehn Millionen Hektar und hüllten <a href="Indonesien" title="Indonesien">Indonesien</a> und Teile Südostasiens zehn Monate lang in dunklen Rauch ein. Dabei gelangten ungeheure Mengen des Treibhausgases <a href="Kohlendioxid" class="mw-redirect" title="Kohlendioxid">Kohlendioxid</a> in die Atmosphäre. Ein bedeutender Teil der indonesischen Wälder wächst auf mächtigen Torfflözen, in denen große Mengen Kohlenstoff gespeichert sind. Besonders diese Gebiete hatten damals Feuer gefangen. Die Brände dieser Torfwälder verstärken den globalen Treibhauseffekt messbar.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Satellitenbildauswertungen der <a href="Ludwig-Maximilians-Universit%C3%A4t_M%C3%BCnchen" title="Ludwig-Maximilians-Universität München">Ludwig-Maximilians-Universität München</a> ergaben, dass damals allein durch Torffeuer in Indonesien eine Menge von 0,8 bis 2,5 Gigatonnen Kohlenstoffdioxid freigesetzt wurden. Dieser Beitrag – aus einem für globale Maßstäbe vergleichsweise sehr kleinen Gebiet – entspricht zwischen 13 und 40 Prozent des weltweiten Kohlendioxidausstoßes durch Verbrennung von Erdöl, Kohle und Gas im selben Jahr.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 2015 erreichten die Emissionen durch Torfbrände in Indonesien den höchsten Stand seit der Katastrophe von 1997 und übertrafen für den Monat September die Emissionen der gesamten Wirtschaft der USA.<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Tropische Torflagerstätten erstrecken sich über mehr als 440.000 km² (11 % der weltweiten Fläche), wovon 56 % in Südostasien liegen. Seit den 1960er-Jahren ist die Moorwaldfläche dort durch Entwässerung, Umwandlung in Ackerland (z. B. Ölpalmen, Reis), Siedlungsbau und Raubbau bis 2010 um ca. 45 % zurückgegangen. Feuer zur Landgewinnung führt zudem zu erheblichen CO₂-Emissionen und unkontrollierbaren Torfbränden.<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mali">Mali</h3></div>
<p>In Mali, im Überschwemmungsgebiet des Flusses <a href="Niger_(Fluss)" title="Niger (Fluss)">Niger</a>, sind unterirdische Torflager entdeckt worden, die speziell in der Trockenzeit immer wieder in Brand geraten und dabei sämtliche organische Materie, auch Baumwurzeln, zerstören. Dabei treten an der Oberfläche Temperaturen bis 765 °C auf. Seit 1960 vermuteten einige Wissenschaftler einen <a href="Vulkan" title="Vulkan">Vulkan</a> in der Gegend, doch im Jahr 2001 konnte diese Annahme widerlegt und Torffeuer als Ursache genannt werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Okavangodelta">Okavangodelta</h3></div>
<p>Der etwa 1700 km lange <a href="Okavango" title="Okavango">Okavangofluss</a> im südlichen Afrika, der in den Sümpfen des abflusslosen 15.000 km² großen und sumpfigen <a href="Okavangobecken" class="mw-redirect" title="Okavangobecken">Okavangobeckens</a> in Botswana im Nordosten der Sandwüste <a href="Kalahari" title="Kalahari">Kalahari</a> versickert, überschwemmt während der Regenzeit das Becken durchschnittlich etwas mehr als einen Meter hoch.
</p><p>Durch die großen Mengen an verdunstetem Wasser reichert sich Salz an den während der <a href="Regenzeit" title="Regenzeit">Regenzeit</a> überschwemmten höchsten Landerhebungen an, was zu massenhaftem Pflanzensterben führt. Der vom Fluss mitgeschwemmte Sand sammelt sich an diesen Stellen und kann zur Entstehung einer Insel führen. Damit kommt es immer seltener zu Überschwemmungen, bis schließlich die Insel ganzjährig trocken bleibt, was wiederum auch zum Austrocknen des sich im Untergrund gebildeten Torfes führt; die Voraussetzung für ein selbstentzündendes Torffeuer ist gegeben. Der Brand zerstört die Insel und spült das Salz und den Sand in den entstandenen unterirdischen Hohlraum. Damit kann der Zyklus, der etwa 150 Jahre dauert, von Neuem beginnen. Dieser natürliche Vorgang verhindert die bei der hohen Verdunstung eigentlich zu erwartende Bildung eines lebensfeindlichen <a href="Salzsee" title="Salzsee">Salzsees</a> oder einer <a href="Salztonebene" title="Salztonebene">Salztonebene</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bodenkunde">Bodenkunde</h2></div>
<p>Torf wird als organischer <a href="Bodenhorizont" title="Bodenhorizont">Bodenhorizont</a> mit dem Horizontsymbol H bezeichnet, wobei nH für Niedermoortorf, uH für Übergangsmoortorf und hH für Hochmoortorf steht. In Österreich und der Schweiz werden Torfschichten auch mit dem Buchstaben T gekennzeichnet. 30 Gewichtsprozent des Bodens sollten aus humifizierter organischer Substanz bestehen. Dabei wird Torf selbst <i>nicht</i> als Boden behandelt, sondern nur mehr oder weniger torfhaltige <a href="Histosol" title="Histosol">Histosole</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><i><a href="Die_Moorsoldaten" title="Die Moorsoldaten">Die Moorsoldaten</a></i></li>
<li><a href="Moorheilbad" title="Moorheilbad">Moorheilbad</a>, <a href="Moorleiche" title="Moorleiche">Moorleiche</a></li>
<li><a href="Permafrostboden" class="mw-redirect" title="Permafrostboden">Permafrostboden</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Peat?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Torf</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Torf" class="extiw external" title="wikt:Torf">Wiktionary: Torf</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/torffrei" class="extiw external" title="wikt:torffrei">Wiktionary: torffrei</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=4185722-7">Literatur von und über Torf</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dgmtev.de/">Deutsche Gesellschaft für Moor- und Torfkunde</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://moorwissen.de/torfmooskultivierung.html">moorwissen.de: <i>Torfmooskultivierung</i></a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.nordwestreisemagazin.de/moor/index.htm">nordwestreisemagazin.de: <i>Das Moor - Entstehung, Moorbildung, Kultivierung und Nutzung in Nordwestdeutschland</i></a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/moore/moore-und-klimawandel/index.html"><i>Moore und Klimawandel. Moore sind unverzichtbare Kohlenstofflager und -speicher.</i></a> <a href="Naturschutzbund_Deutschland" title="Naturschutzbund Deutschland">Naturschutzbund Deutschland</a>, abgerufen am 3. August 2024.</span>
</li>
<li id="cite_note-BIL-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-BIL_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-BIL_2-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.landwirtschaft.de/umwelt/natur/boden/torf-unersetzlich-oder-verzichtbar"><i>Torf: unersetzlich oder verzichtbar?</i></a> <a href="Bundesinformationszentrum_Landwirtschaft" title="Bundesinformationszentrum Landwirtschaft">Bundesinformationszentrum Landwirtschaft</a>, abgerufen am 3. August 2024.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dialog.bmuv.de/bmu/de/draftbill/57896/para/21"><i>Schutz intakter Moore und Wiedervernässungen. Ausstiegsplan für Torfabbau und –verwendung und Entwicklung von Ersatzstoffen.</i></a> <a href="Bundesministerium_f%C3%BCr_Umwelt%2C_Naturschutz%2C_nukleare_Sicherheit_und_Verbraucherschutz" class="mw-redirect" title="Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz">Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz</a>, abgerufen am 3. August 2024.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://oostfraeisk.org/main.aspx?W=Grautorf&df=de%3Efrs&fts=J">Grautorf Ostfriesisch</a></span>
</li>
<li id="cite_note-:0-5"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:0_5-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_5-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_5-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Heinz Ellenberg, Christoph Leuschner, Hartmut Dierschke: <cite style="font-style:italic">Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen: in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht</cite>. Hrsg.: UTB (= <cite style="font-style:italic">UTB Botanik, Ökologie, Agrar- und Forstwissenschaften, Geographie</cite>). 6., vollständig neu bearbeitete und stark erweiterte Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8252-8104-5, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>543<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>f</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Torf&rft.au=Heinz+Ellenberg%2C+Christoph+Leuschner%2C+Hartmut+Dierschke&rft.btitle=Vegetation+Mitteleuropas+mit+den+Alpen%3A+in+%C3%B6kologischer%2C+dynamischer+und+historischer+Sicht&rft.date=2010&rft.edition=6.%2C+vollst%C3%A4ndig+neu+bearbeitete+und+stark+erweiterte+Auflage&rft.genre=book&rft.isbn=9783825281045&rft.pages=543f&rft.place=Stuttgart&rft.pub=Verlag+Eugen+Ulmer&rft.series=UTB+Botanik%2C+%C3%96kologie%2C+Agrar-+und+Forstwissenschaften%2C+Geographie" style="display:none"> </span></span>
</li>
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Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4185722-7">4185722-7</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/sh85099078">sh85099078</a></span> | <a href="Web_NDL_Authorities" title="Web NDL Authorities">NDL</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.ndl.go.jp/auth/ndlsh/00561291">00561291</a></span> </div>
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